30% mehr Kiesabbau im Kreis Wesel – Bürger rufen zum Protest auf

Kamp-Lintfort, den 18.Mai 2021

Fallen große Flächen in Rheinberg, Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort dem Kiesabbau zum Opfer – diese Frage stellen sich immer mehr Bürger und rufen zum Protest auf.

Im Regionalplan ist geregelt, wo genau in den nächsten 25 Jahren Kies und Sand abgebaut werden darf. Genau ein solcher Regionalplan ist gerade in Erarbeitung. Zuständig für den Kreis Wesel ist der Regionalverband Ruhr (RVR).

Nachdem dieser in 2018 seinen ersten Entwurf vorgelegt hatte, machte sich großer Protest in der Bevölkerung breit. Sollten doch in der Region zwischen Wesel, Alpen, Kamp-Lintfort, Rheinberg und Neukirchen-Vluyn Ortschaften wie die Bönnighardt zerstört und völlig ungeeignete Flächen wie das Wickrather-Feld dem Kiesabbau zum Opfer fallen.

Nachdem der RVR über 2000 Einwände gegen den Planungsentwurf alleine zum Thema Kiesabbau erhalten hat, sollte es zu einer Überarbeitung kommen. Genau diese Überarbeitung scheint nun abgeschlossen.

In der Öffentlichkeit sind dazu erste Informationen durchgesickert. So ist davon auszugehen, dass im Vergleich zum bisherigen Entwurf 30% mehr Flächen ausgewiesen werden. Dies ist auf die Verlängerung der Vorsorgezeiträume im Landesentwicklungsplan zurückzuführen, die CDU und FDP im Landtag durchgesetzt hat.

Doch was bedeutet das für die Gemeinden und Städte im Kreis Wesel? Wo sollen diese zusätzlichen Flächen herkommen? Alleine in Wesel liegt der Anteil der Wasserflächen bei etwa 13% im Vergleich zu 1,9% im Landesdurchschnitt.

Es gibt Gerüchte, dass diese zusätzlichen Flächen massiv auf Rheinberger, Kamp-Lintforter und Neukirchen Vluyner Gebiet fallen sollen. Deshalb hat sich in Neukirchen-Vluyn bereits eine Bürgerinitiative gebildet. Auch in Rheinberg formiert sich nun der Widerstand. Engagierte Bürger suchen nun Mitstreiter, die sich am Protest in Rheinberg, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn beteiligen. Interessierte können sich unter info@niederrheinappell.de melden.

„Wir hoffen, dass die Pläne bald offengelegt und Transparenz in die Planung gebracht wird“ so Simone Spiegels vom Aktionsbündnis Niederrheinappell e.V. Bei jedem Bürger am Niederrhein gibt es sozusagen vor der Haustür Sand- und Kiesvorkommen. Und es gibt keine Flächen mehr, die frei von Konflikten sind. Es kann also jeden treffen. „Deshalb ist es wichtig, dass wir Bürger unseren gewählten Vertretern in der Politik deutlich machen, dass der Niederrhein auf Dauer dieser Überlastung nicht standhält“ führt sie fort.

Der Aktionsbündnis Niederrheinappell e.V. agiert bei örtlichen Politikern aus fast allen Parteien und mit Bürgerinitiativen von Niederkrüchten bis nach Emmerich, von Neukirchen-Vluyn bis Wesel für eine Reduktion des Kiesabbaus am Niederrhein. Es wird in seinen Forderungen unterstützt durch Umweltverbände wie dem BUND NRW, dem NABU NRW, dem VSR Gewässerschutz und einigen mehr. Der Kreistag Wesel ist einer der Kreise, die sich in einer Resolution gegen den übermäßigen Kiesabbau ausgesprochen haben.

„Wir Bürger haben mit unserem Protest schon viel erreicht. Die politische Debatte zum Thema Kies steht an einem entscheidenden Punkt. Wenn wir jetzt alle zusammenhalten, haben wir eine reelle Chance, nachhaltige Strategien für den Umgang mit der Ressource Sand und Kies zu bewirken, die auch die Belange der Kommunen, der Natur und von uns Bürgern gegenüber den Interessen der Kiesindustrie ausgewogen abwägt“ erklärt Simone Spiegels.

Bürger können sich auf unterschiedliche Art einbringen. Auch wer wenig Zeit hat, kann sinnvoll unterstützen, so z.B. mit einer eher passiven Mitgliedschaft beim Aktionsbündnis Niederrheinappell e.V. oder durch ein Mitwirken in einer Bürgerinitiative in überschaubarem Umfang.


Der RVR wird 30% mehr Flächen ausweisen. Es steht zu befürchten, dass der neue Entwurf große Flächen in Rheinberg, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn beinhaltet.

Wer diese Planung verhindert möchte, kann Folgendes tun: 

1. Online Stimme abgeben und per E-Mail informiert bleiben
2. Mitglied beim Niederrheinappell werden und uns mit 20 Euro pro Jahr unterstützen
3. Mitglied werden und sich an unserer Aufklärungsarbeit aktiv beteiligen