Bedarfsermittlung

FAQs zum Bedarf an Sand und Kies in NRW

Wie viel Kies und Sand wird denn nun wirklich benötigt?

Die Nachfrage nach Sand und Kies hat sich in den letzten 3 Jahren nach Schätzung von Experten weltweit verdreifacht. Neutrale Studien über den tatsächlichen Bedarf sind uns nicht bekannt.

Für Exporte erhält die Kiesindustrie ca. 11 Euro pro Tonne. Bei nationalem Absatz liegt der Preis bei etwa 6 Euro pro Tonne. Ein lukratives Geschäft!

Was ist die rechtliche Grundlage, die den Kiesabbau in NRW regelt?

Einen rechtlichen Rahmen bieten hierzu das Raumordnungsgesetzt (ROG) sowie der Landesentwicklungsplan (LEP). Darin ist geregelt, dass genügend Mengen an Sand und Kies eingeplant werden müssen, nämlich genau für den Bedarf von 25 Jahren. Dabei darf nie ein Zustand erreicht sein, in der die Versorgungssicherheit 15 Jahre unterschreitet.

Was ist mit Bedarf gemeint? Geht es um den Bedarf in NRW, Deutschland, Europa oder der Welt?

Der Begriff ‚Bedarf’ ist im Gesetz nicht weiter spezifiziert.

Bis 2015 war im Landesentwicklungsplan der Bedarf zumindest noch auf den ‚heimischen Bedarf’ eingeschränkt. Doch mit der Gesetzesnovelle in 2015 ist der Zusatz ‚heimische Rohstoffe’ im Landesentwicklungsplan in NRW gestrichen worden.

Verwunderlich ist, dass NRW den regionalen Bezug aufgehoben hat. Demgegenüber bezieht sich das Umweltbundesamt in wissenschaftlichen Beiträgen und Studien auf regional gewonnene und regional zu verbrauchende Rohstoffe.

An welchen Bedarfsmengen orientiert sich dann die Planungsbehörde?

Hat in den früheren Jahren noch der Verband der Rohstoffindustrie vorgegeben, welcher Bedarf nachgefragt wird, wird inzwischen ein sogenanntes Abgrabungsmonitoring eingesetzt. Dabei wird kontinuierlich gemessen, wie viel Quadratmeter Fläche in den letzten Jahren abgebaut wurde:

Das Abgrabungsmonitoring des Geologischen Dienstes (GD) NRW bedient sich zwei wesentlichen Kriterien, nämlich aktuellen digitalen Luftbildern und der Rohstoffkarte von NRW. Das heißt, in zeitlich regelmäßigen Abständen werden die bestehenden Abbaugebiete – also die Baggerlöcher – überflogen und deren Veränderungen in den „Oberflächen-Abmessungen“ festgestellt. Verschnitten mit der Rohstoffkarte NRW werden daraus Rohstoffvolumina ermittelt. Die so ermittelten Mengen sollen den Bedarf an Rohstoffen darstellen. Diese Daten sind derzeit Grundlage für alle Regionalplanungsbehörden in NRW.

Die regionalplanerische Bedarfsermittlung von Kies und Sand erfolgt ausschließlich an diesen Mengen.

Einzig die abgebaute Menge stellt somit den „Bedarf“ dar.

Folglich: je fortgeschrittener also der technische Abbau und die Absatztätigkeiten insbesondere im Ausland optimiert werden, desto mehr Flächen werden der Kiesindustrie als sogenannter „Bedarf“ neu zugewiesen.

Wer legt fest, welche Flächen genau für den Abbau von Kies und Sand vorgesehen sind?

Wo genau diese Flächen vorgesehen sind, wird im Regionalplan festgelegt. Dieser hat zwingend die Gesetze des Landes – also die Vorgaben aus dem LEP umzusetzen.

Aktuell gilt für u.a. für die Kreise Wesel, Kleve, Viersen der sogenannte Gebietsentwicklungsplan aus dem Jahr 1999. Dieser wurde noch vom Regierungsbezirk Düsseldorf erstellt. 2009 wurde der Regierungsbezirk Düsseldorf in zwei Planungsbereiche aufgeteilt Regionalverband Ruhr (RVR) und dem verbliebenen Planungsraum der Bezirksregierung Düsseldorf.

Wo liegen die Sand- und Kiesvorkommen in NRW

Die Vorkommen an Kies und Sand sind begrenzt. Die größten Kiesvorkommen innerhalb NRW liegen am Niederrhein.

Was passiert, wenn wir einfach die Nachfrage bedienen und so viel Kies und Sand abbauen, wie benötigt wird?

Wenn wir weiter ungebremst so viel Kies und Sand abbauen, wie der Markt nachfragt, wird die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft des Niederrheins zerstört.

Die Ressource Sand und Kies wird langfristig vernichtet.

Was sind die Forderungen des Niederrheinappels?

Wir fordern, dass die Belange von uns Bürgern, als auch der Natur mit den privatwirtschaftlichen Interessen der Kiesindustrie gerecht abgewogen werden.

Das auch gerade deshalb, weil Forschungsinstitute bereits alternative Baustoffe entwickelt haben, mit denen sich 50-80% des Betons bei Decken, Fassaden, Brücken und Wänden einsparen lassen, diese aber seit langem auf Zulassung warten. Wenn diese Stoffe zugelassen würden, könnten wir auf einen Teil der Ausweisung zusätzlicher Flächen verzichten. Kies und Sand sollen nur dann eingesetzt werden, wenn keine anderen Baustoffe Verwendung finden können.

Die vergleichsweise kleine Region Niederrhein bedient zusätzlich die Absatzmärkte umliegender Länder. Das ist eine unfaire Lastenverteilung.

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